Ein ereignisreiches Wochenende für
Christian Reschenhofer / Manfred Cerny

Wir nahmen auch heuer wieder an dieser einzigartigen Rallye in der Poebene teil.
Einzigartig deswegen, da die Sonderprüfungen meistens von tiefen Wassergräben und langen
Geraden mit 90 Grad Kurven geprägt sind. Auch die Höhenunterschiede mit einmal über die Autobahn und zweimal unter der Bahn waren die einzigen.
Geändert hat sich nur der Name der Rally (früher Rally Citta di Scorze) sowie der Stand
Location.
Das Veranstalterteam sowie die Sonderprüfungen blieben gleich und wir konnten ganz entspannt
mit dem Schrieb aus den Vorjahren diese Rallye in Angriff nehmen.

Wir fuhren wieder mit unserem alten aber bewährtem BMW 325i E36.

Bei der Anfahrt zur Startrampe ca. 2,5 km vom Serviceplatz verhakte sich plötzlich der
Mechanismus der hydraulischen Handbremse und wir konnten nur im 1. Gang mit Vollgas die
phantastische Kulisse der „Piazza Centrale“ erreichen. Jedoch glühten die hinteren Bremsen hellrot.
Wir sowie ein anderer Beifahrer standen schon mit Feuerlöschern bereit denn hier hätte wohl niemand ein Lagerfeuer gewollt. Auch die Techniker kamen herbeigelaufen und wollten uns nicht starten lassen.
Knapp vor unserer Zeit konnte Christian das verklemmte Gestänge lösen und das Auto lies sich wieder mit der Hand hin und herrollen.

Es wurde am Samstag Abend wieder nur der Rundkurs auf einem aufgelassenen NATO Stützpunkt gefahren. Dieser gleicht aber eher einer Go-Kart Strecke und ist nur für Autos mit unter 4 Meter Länge einigermaßen befahrbar.

Mit unserem Schlachtschiff konnten wir nur eine 54. Zeit von 68 Startern erreichen.

Beim 1. Service am Sonntag in der Früh war die große Frage was wir mt der Bremse machen sollten.
Durch die enorme Hitze waren die hinteren Bremsklötze ziemlich ausgeglüht und glasig sodass wir nur mehr 10 Prozent Bremsleistung hinten und 90 Prozent vorne hatten. Nach längerem hin und her entschlossen wir uns aber nichts zu ändern denn wer weis was sonnst noch kaputt geht.

Aber angesichts der Streckenprofile konnten wir mit diesem Umstand einer nervösen Hinterachse leben.

Die nächsten Sonderprüfungen verliefen problemlos und wir konnten uns bis auf Platz 41 vorkämpfen.

Bei der Anfahrt zu den letzten 2 Prüfungen ging ein Wolkenbruch nieder und lies unsere Motivation, da auf „Slicks“ unterwegs, in den Keller fallen.

Auf den Prüfungen regnete es zwar nicht mehr aber durch die ständig wechselnden Asphaltbedingungen und unterschiedlichen Auftrocknungszustände war jede Bremszone eine einzige Herausforderung.

Da aber in der Klassenwertung und im Alpe Adria Cup die Positionen schon bezogen waren und auch nach hinten abgesichert war, fuhren wir nur mehr mit minimiertem Risiko und konnten die Rallye letztendlich auf Platz 43 sowie 2. in der Klasse N4 und 3. im Alpe Adria Cup beenden.

Nur die Rallye ist leider nicht auf der Zielrampe zu Ende sondern erst wenn alle wohlbehalten zu Hause ankommen.
Leider wurde unsere Servicecrew bei der Heimreise in einen Auffahrunfall verwickelt, blieb aber Gott sei Dank unverletzt.
Erst wenn der Servicebus von Italien nach Hause überstellt ist, wird sich der genaue Schadensumfang herausstellen.
Erst dann können wir entscheiden, wie oder ob überhaupt die heurige Saison weitergeht, denn der Schaden reisst auf alle Fälle ein großes Loch ins Rallyebudget.

Foto: Reschenhofer, Hruska, Troicher