Eugen Friedl und Helmut Aigner hatten in Kroatien mit dem „neuem“ Auto viel Spaß und dabei viel Erfahrung gesammelt, sind aber leider knapp vor dem Ziel durch technischen Defekt ausgefallen.   

(Fotos: Marek Pleha, Eugen privat, Race Rent)

Nachdem Eugen schon länger den Wunsch hatte, einmal ein Rallyeauto mit sequentiellem Getriebe zu fahren, fiel die Wahl auf einen FORD Fiesta Proto mit Mitsubishi Evo VII Technik. Dieses „Race-Car“ wurde bei Firma RACE-RENT-AUSTRIA inklusive Betreuung angemietet.

Als erste Rallye für das Eingewöhnen auf dieses Auto wurde bewusst eine Rallye im Ausland gewählt, nämlich die QUATTRO-RIVER Rallye in Kroatien.

Diese „4 Flüsse‑Rallye“ auf Asphalt fand letztes Wochenende Ende März im Raum von Karlovac, ca. 60 km westlich von Zagreb statt und zählte wie auch letztes Jahr wieder zum internationalen Alpe Adria Rally Cup (AARC-AART) und zur kroatischen Meisterschaft. Sie lief über 1,5 Tage, hatte 10 Sonderprüfungen mit 99 SP-Kilometern und eine Gesamtlänge von 303 km.

Eugen kannte die Veranstaltung schon von 2023 und 2024, wo er mit dem Mitsubishi Evo IX fuhr. Die Strecke war gegenüber 2024 aber komplett neu, nur der Stadtrundkurs war gleich. Es waren Sonderprüfungen dabei, die auch beim WRC-Weltmeisterschaftslauf im April gefahren werden.

Unter den Teilnehmern befanden sich bekannte Namen wie Korhonen (Finnland) mit einem Toyota Yaris R2, Sarrazin (Frankreich) mit einem Citroen DS3 R2 und Craig (Irland) mit einem Ford Fiesta R3. Alle nutzten diese Rallye als Vorbereitung für den kommenden Weltmeisterschafts-Lauf. Auf der Nennliste standen insgesamt 63 internationale Teams.  

Die Strecke hatte im Grunde den gleichen anspruchsvollen Charakter mit permanenten mittelschnellen Kurvenkombinationen und vielen schwer einschätzbaren Kuppen.

Die Servicecrew von RACE-RENT bestand aus dem Chef Wolfgang Schmollngruber und seinem Sohn Alexander. In den Tagen der Vorbereitung war die Wettervorhersage mit Adria-Tief und Schneefall ungewöhnlich. Es stellte sich die Frage, ob eine Winterrallye gebucht war. Sollten womöglich auch noch Winter-Racing Reifen mitgenommen werden?

Beim Besichtigen für die Erstellung des „Schriebs“ war tatsächlich noch Schneematsch und eine teilweise weiße Landschaft vorhanden. Es war daher zu erahnen, dass durch das immense „Cutten“ der vielen Teilnehmer eine Menge Schlamm und Dreck in die Fahrbahn hineingetragen wird, was dann auch bei der Rallye tatsächlich so war – „very tricky“!! 

In Österreich gibt es oft ein „dont Cut“ im Schrieb, in Kroatien aber muss man die Kurven in der Botanik extrem „schneiden“, sonst „fliegt man ab“!

Es war für Eugen ein unbedingtes Muss, den Shakedown (=Testsonderprüfung) mehrmals zu fahren, um noch vor dem eigentlichen Start ein Grundgefühl für das neue Auto und auch für die andere Reifenmarke zu bekommen.  

Die ersten beiden Sonderprüfungen am 1.Tag wurden noch etwas verhalten begonnen, doch ab SP 3 wurde das Tempo gesteigert und Fahrer und Beifahrer waren am Abend teilweise zufrieden.

Am Morgen des 2.Tages erwischte Eugen auf SP 6 einen sehr guten Beginn und beide kamen schnell in einen tollen „Flow“.

Das Wetter war zwar trocken aber in sehr vielen Kurven war noch feuchte schmierige Erde. Mit Fortdauer wurden beide immer schneller und die SP 8 war ein emotionales Highlight. Der FUN im AUTO war total vorhanden, was sich auch an der positiven emotionalen Stimmlage der Kurvenansagen von Helmut bemerkbar machte.

Auf der 1,5 km langen Verbindungsetappe durch die Ortschaft vom „regrouping“ (Sammelzone) zur letzten Sonderprüfung SP 10 begann jedoch das Drama.

Plötzlich streikte das Getriebe ohne wesentliche Belastung, ein Gang nach dem anderen „verabschiedete“ sich. Mit Mühe konnte noch die Zeitkontrolle vor dieser letzten SP erreicht werden.

Eugen versuchte noch mehrmals einen Gang zu finden, um sich über die letzte Prüfung irgendwie ins Ziel zu retten, leider vergebens. Es war absolut kein Vortrieb mehr vorhanden, wodurch das unfreiwillige Ende der Rallye nicht mehr zu verhindern war – verständlicherweise eine Enttäuschung.

Zu diesem Zeitpunkt sind beide am guten 28.Gesamtrang gelegen.

Fazit: 

Trotz des Ausfalls fast zum Schluss überwiegte jedoch das Positive.

Als „Test-Rallye“ wurden viele Kilometer gefahren und viele Erfahrungswerte gesammelt. Das sequentielle Getriebe und das Handling des Autos hat viel Spaß gemacht.

Danke an das Team von RACE-RENT, hat einen sehr professionellen Job gemacht und die Stimmung im gesamten Team war sehr gut. Wie sich nachher herausgestellt hat, war es doch kein Getriebeschaden, sondern ein seltener Kupplungsdefekt.

Trotzdem blicken beide bereits mit Vorfreude auf die nächste Rallye